Eufonium im Doppelpack

Den Wettbewerb eröffnete die MG Lüterswil. Noch immer auf der Suche nach einem Dirigenten, sicherte sie sich vorübergehend die Dienste von Reto
Trittibach. Mit kultiviertem Klang setzte sie eine erste Marke. Obwohl die MG Messen wegen Erkrankung ihr Eröffnungsstück durch einen Marsch ersetzen musste, bestach ihre Stückwahl. Sie begeisterte mit ihrem «Carrickfergus» mit dem Eufoniumsolo von Jürg Geissbühler und der lebendigen Interpretation des Aufgabestückes. Zu übertreffen vermochte sie nur der spätere Sieger, die MG Oberwil. Auch sie als Titelverteidigerin setzte auf Eufonium, gleich im Doppelpack. Mit Markus Kurth und Hansueli Mollet glänzten zwei Begnadete im Duett. Als einzige Brass- Band im Wettbewerb, hervorragend dirigiert von Stefan Eberhard, punktete sie mit Stückwahl und Interpretation gleichermassen.

Mit der Jugendmusik Solothurn unter der Direktion von Patrik Kappeler beteiligte sich am Freitag auch ein Gastverein. Sie war interessiert an der fachlichen Beurteilung ihrer beiden Vorträge für das Kantonale Musikfest Schwyz in Seewen. Sie spielte zuerst ihr dreisätziges Aufgabestück «Prochytas» des Sarden Lorenzo Pusceddu. Das ergab mit ihrem ebenfalls recht aufwändigen Selbstwahlstück «Fate of the Gods» von Steven Reinecke einen beachtlichen konzertanten Block. Als Verbandsverein hätte die Musikgesellschaft Wengi ebenfalls um die Wandertrophäe gespielt. Sie hat sich aber kurzfristig für eine Absage entschieden. Sie musste ausgerechnet in dieser Woche völlig überraschend von einem Aktivmitglied für immer Abschied nehmen.

Marschparade

Bei idealem Wetter konnte am Samstag das geplante Programm abgewickelt werden. In einem feierlichen Gesamtchorvortrag von «Crans Montana» und «Weihung» erklangen zuerst die Instrumente, bevor die Vereine einzeln auf die Paradestrecke gingen. Ihr Vorbeimarsch wurde fachlich beurteilt durch Andreas Moser und Erich Egger. Gleichzeitig marschierten sie auch in einem eigenen, mehr als Spass zu verstehenden Wettbewerb um die Marsch-Trophy. Da ist ausschliesslich das Publikum per SMS-Voting die Jury. Den gewann die MG Messen deutlich. Der Gesamtmarsch dürfte besonders für die Stadtmusik Rheinfelden unvergesslich bleiben. Als kompakter Block formiert, paradierte die ganze
Masse in Achterreihen zu Walter Josephs Marsch «Messen 76» ins Festgelände.

Stadtmusik Rheinfelden überzeugte

Freie Vorträge ermöglichten den Vereinen sich dort, diesmal ohne Bewertung, dem Publikum zu präsentieren. Der Gastverein Stadtmusik Rheinfelden unter der Direktion von Silvan Hof packte mit einem modernisierten Arrangement von Mantegazzis «Bellinzona» das Publikum. In zwei Soli auf dem Flügelhorn im weiteren Programm verdiente sich Andi Lindegger einen Sonderapplaus. Den hätte auch der Solist auf der Es-Tuba verdient.